25. September 2016 um 16 Uhr im Paul Hindemith Saal des Congress Park Hanau

Das Sinfonische Blasorchester ist eine Besetzungsform, welche noch sehr jung ist und in den letzten Jahrzehnten eine erstaunliche Entwicklung genommen hat. Eine bedeutende Wurzel liegt in der Harmoniemusik der Wiener Klassik. Die Standardbesetzung umfasste um 1780 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte und 2 Hörner. Wolfgang A. Mozart erweitert die Besetzung in seiner „Serenade Nr. 10 KV 361“, bekannt als „Gran Partita“, um 2 Bassetthörner, 2 Hörner und Kontrabass. Das Werk ist ein Lehrbeispiel Mozartscher Bläserbehandlung. Im Konzert erklingen drei der sieben Sätze. Die „Ouvertüre für Harmoniemusik“ von Felix Mendelssohn Bartholdy instrumentierte dieser 1838 für 23 Bläser und „Janitscharenmusik“. Zusätzlich zu den hier bereits erweiterten Instrumentengruppen der klassischen Harmoniemusik verlangt die Partitur nun Flöten, eine Ophikleide, Trompeten, Posaunen und das durch die Türkenbelagerung nach Mitteleuropa gekommene Schlagwerkinstrumentarium. Im 19 Jahrhundert entwickelte sich von Preußen ausgehend das Militärmusikwesen, worin die Militärorchester vorwiegend Gebrauchsmusik darboten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchten bedeutende englische Komponisten den Militärorchestern durch originale Kompositionen das ernsthafte Konzertieren zu ermöglichen. Das bekannteste Beispiel dieser Zeit ist die „First Suite in Es“ von Gustav Holst. Die Besetzung ähnelt bereits stark jener der heutigen Sinfonischen Blasorchester. Bedeutend sind das Auftauchen der Saxophonfamilie, die Erweiterung des Blechbläserapparats (Tuba, Euphonium, Cornet) und das chorische Spiel der Klarinetten. Die „Symphonie in B-Dur“ von Paul Hindemith, die der in Hanau geborene Komponist im amerikanischen Exil schrieb, ist das zweite bedeutende Werk Hindemiths für Blasorchester und gilt in seiner kompositorischen Dichte als eines der bedeutendsten Werke der Blasorchesterliteratur überhaupt. Sie erklingt nun erstmals im nach dem Komponisten benannten Saal des Congress Parks Hanau. An letzter Stelle des Konzertprogramms mit dem Titel „Meilensteine“ könnten eine Vielzahl von Werken erklingen. Die Bläserphilharmonie Rhein Main hat sich für den Komponisten James Barnes und dessen 1988 uraufgeführte „Fantasy Variations über ein Thema von Niccolo Paganini“ entschieden. Die 20 Variationen beruhen auf dem berühmten Thema aus Paganinis „Caprice Nr. 24 in a-moll“ für Solo-Violine, das auch von Brahms und Rachmaninov für berühmte Werke sowie von einigen zeitgenössischen Komponisten (wie Lutoslawski und Blacher) genutzt wurde. Das Werk zeigt mit tonal klassischen Mitteln die klanglichen Möglichkeiten eines modernen Sinfonischen Blasorchesters und bildet so einen würdigen, begeisternden Abschluss des Konzertes.

Programm 2016 –„MEILENSTEINE“ der Sinfonischen Bläserliteratur

Serenade Nr. 10 in B-Dur KV 361 „Gran Partita“
I. – Largo – Allegro Molto IV. Menuetto VII. Finale (Molto Allegro)
Wolfgang A. Mozart
Ouvertüre in C-Dur, für Harmoniemusik Mendelssohn Bartholdy
First Suite in Es
I. Chaconne  II. Intermezzo  III. Marsch
Gustav Holst
Symphonie in B-Dur
I. Moderately fast with vigor  II. Andantino Grazioso III. Fugue
Paul Hindemith
Fantasy Variations on a Theme by Niccolo Paganini James Barnes

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