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2014 – Aus der neuen Welt

Die klassische Musik der „Neuen Welt“ war bis etwa 1900 geprägt von Kopien der europäischen Vorbilder. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelten sich eigene Entwicklungsstränge. Neben den experimentellen Ansätzen entstanden populäre Strömungen, die sich an Merkmalen des Jazz und an folkloristischen Elementen orientierten. Das Highschool-System der USA ermöglichte dabei eine qualitativ hochwertige Kultur des Klangkörpers Blasorchester, was wiederum Komponisten ermunterte, für diese Besetzung Originalwerke zu schreiben.

Herbert Owen Reed (*1910, USA), Schüler von George Gershwin und Leonard Bernstein, schuf mit „La Fiesta Mexicana“ 1949 eine der ersten Sinfonien für Sinfonisches Blasorchester, nachdem er einige Monate in Mexiko die Musik der Azteken und der Mariachi studierte. Die Musik dieser Volksgruppen und die Choralklänge der römisch-katholischen Tradition bilden die Basis des dreisätzigen Werkes. Der Komponist starb am 06.01.2014 im Alter von 103 Jahren. David Maslanka (*1943, USA) studierte bei H. O. Reed Komposition. Er ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten für Sinfonisches Blasorchester. Die Idee zu „Traveler“ hatte Maslanka, als er über das Leben und den bevorstehenden Ruhestand seines Freundes Ray Lichtenwalter nachdachte. Wie in vielen anderen Kompositionen Maslankas spielen auch hier Bach-Choräle eine große Rolle. „Nicht so traurig, nicht so sehr“,  BWV 384, erklingt gleich zu Beginn mit energischer Aussage.

Im zweiten Konzertteil erklingt zunächst das „Concerto for Marimba“ in der vom Komponisten Ney Rosauro (*1952, Brasilien) selbst angefertigten Fassung für Solist und Bläserensemble. Rosauro, selbst Komponist und Schlagwerker, ist einer der Pioniere des Spiels mit 4 Schlägeln. Er verarbeitet in den vier Sätzen typische Elemente der lateinamerikanischen Musik. Den Solopart übernimmt der aus dem Main-Kinzig-Kreis stammende Schlagwerker Maximilian Gärtner. Er studierte in Franfurt und Berlin und ist mittlerweile als Solist und Instrumentalpädagoge tätig. Den Schlusspunkt bildet die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin (1898-1937, USA) in einer Transkription für Blasorchester. Ursprünglich für Jazzband und Klavier konzipiert, wurde das Werk besonders in der Fassung mit großem Sinfonieorchester berühmt. Solist ist der in Hanau lebende Pianist des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt, Fritz Walther.

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